Salzburger Festspiele: Und alle sind Erben des großen Bach

Maurizio Pollini mit Schumann und Chopin im Festspielhaus.
Gegensätzliches zur Einheit zu fügen, Verwandtschaften mit dem hoch geschätzten E. T. A. Hoffmann aufzuspüren und sich gleichzeitig Gedanken über die schwierige eigene Befindlichkeit zu machen: All das schwingt in Schumanns Kreisleriana“ mit. Und zuletzt, im ausdrücklich „schnell und spielend“ zu exekutierenden Finalstück, lässt der Komponist keinen Zweifel, wen das „Tiefcombinatorische, Poetische und Humoristische der neueren Musik“ zum Urheber hat: Johann Sebastian Bach.
Mit einem fast die Grenzen seiner hervorragenden manuellen Fertigkeit sprengenden Tempo stürzte sich Maurizio Pollini in dieses Finale. Souverän stellte er die Stimmen einander gegenüber, setzte selbst in komplexesten Momenten auf höchste Transparenz, vergaß nicht auf die harmonische Vielfalt hinzuweisen.

Pollini war nie ein Pianist des äußerlichen Effekts. Es ist ein intimes Feuer, das in ihm lodert. Manchmal lässt er sich vom melodischen Fluss dazu hinreißen mitzusingen. In seiner Körpersprache, auch im Ausdruck bleibt er selbst in den virtuosen Passagen diskret, setzt Grandezza an die Stelle des üblichen brillanten Überschwangs. Bis ins Detail durchdachte Diskretion lautet Pollinis Konzept. Das schließt aufrauschende Gestik, mitreißenden Schwung nicht aus, beschert – wie eben bei den „Kreisleriana“ sowie dem zuvor präsentierten, etwas zu distanziert begonnenen frühen Schumannschen h-Moll-Allegro – berührende Momente in den geradezu impressionistisch gefärbten langsamen Abschnitten. Via: diepresse.com

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